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E-Skateboards in Deutschland: Gesetze & Pflichten (Update 2024)

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Nahaufnahme eines fahrenden E-Skateboards mit der Aufschrift E-Skateboards in Deutschland - Rechte im Vordergrund.

Na, Probleme mit den Ordnungshütern? Oder einfach interessiert, wie es sich rechtlich mit dem E-Skaten in Deutschland verhält? Eins kann ich dir verraten: Falls du denkst, dass Deutschland nicht in Bürokratie und rechtlichem Wirrwarr versinkt, öffnen wir dir spätestens mit diesem Artikel die Augen.

In diesem Ratgeber lernst du nämlich, wie ein E-Skateboard in Deutschland eingestuft wird, welche Rechte und Pflichten sich mit dem Fahren ergeben, und welche Strafen sich gegebenenfalls aus dem Fahren mit einem E-Board auf Deutschlands Straßen ergeben.

Lies besser bis zum Ende, denn: Nach einer extrem aufwändigen Recherche, Nachfragen bei Behörden und mit unserer Erfahrung aus über 7 Jahren im E-Board-Space kamen wir zu einem Ergebnis, was selbst uns überrascht hat.

Klären wir also die Frage, ob das E-Boarden in Deutschland erlaubt ist. Vorher sind allerdings ein paar Grundfragen zu klären.

Das liest du hier:

Was vorab Wichtig Ist

Schuldunfähigkeit des Kindes

Erstmal: bist du unter 14 Jahren? Denn dann kann dir sowieso nichts blĂĽhen: du bist dann nach §19 StGB schuldunfähig – und demnach frei, dein E-Board zu fahren, unabhängig von allem, was hier im folgenden noch beschrieben wird.

Ă–ffentlichen Verkehrsraum – Wo fährst du?

Grundsätzlich erstmal: Das deutsche Straßenverkehrsgesetz ist so ausgelegt, dass öffentlicher Verkehrsraum vorliegen muss, damit es anwendbar ist.

Als Beispiel: Wenn Alise mit ihrem Exway Flex Pro in Ihrem Garten ein paar Kreise dreht, dann ist das kein öffentlicher Verkehrsraum. Somit ist auch alles Folgende, was wir hier klären werden, nichtig, und Alise kann ganz entspannt ihr E-Board fahren.

Aber es gibt auch ganz andere Fälle, wo kein öffentlicher Verkehrsraum vorliegt. Die Definition lautet gem. §2 (1) StVG wie folgt: Öffentlicher Verkehrsraum sind alle Straßen, Wege und Plätze, die für jedermann, jederzeit zugänglich sind.

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Daraus folgt, dass jeder praktisch erreichbare Ort, der nicht abgesperrt ist oder in Eigenbesitz ist, vermutlich ein öffentlicher Verkehrsraum ist. Fährt Alise über die Straße, den Fußweg oder einen Parkplatz, liegt zweifelsohne öff. Verkehrsraum vor.

Fährt Alise durch den Stadtpark oder über einen abgesperrten Ikea-Parkplatz, oder fährt auf ihrer eigenen Einfahrt (sog. befriedetes Besitztum), sieht die Welt schon anders aus. 

Solang nicht jedermann, jederzeit auf den Ort zugreifen kann, liegt auch kein öff. Verkehrsraum vor. Da du auf dem Weg zur Arbeit oder zur Schule aber vermutlich zumindest eine öff. Straße befahren wirst, wird in der Regel öffentlicher Verkehrsraum vorliegen.

FahrzeugfĂĽhrer – FĂĽhrst du ĂĽberhaupt dein E-Board?

Jetzt ist zu klären, ob du FahrzeugfĂĽhrer bist. Das klingt zwar erstmal banal – ist aber in den meisten Fällen kriegsentscheidend, denn: solang du nicht fährst, bist du auch kein FahrzeugfĂĽhrer.

Die Definition: Fahrzeugführer ist, wer eigenverantwortlich mit dem Willen und der tatsächlichen Möglichkeit der Fortbewegung auf Lenkung und sonstige Aggregate des Fahrzeugs einwirken kann. Eine Minimalbewegung ist dabei erforderlich.

Also kurz um: Wer auf seinem Board steht, in der Absicht von A nach B zu fahren und dabei die Fernbedienung in der Hand hält, der ist FahrzeugfĂĽhrer – sobald er eine Minimalbewegung zurĂĽcklegt.

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Tatsächlich ist der letzte Satz in der Definition sehr wichtig, weil solang niemand sieht, wie Alise auf ihrem Board fährt (also eine Minimalbewegung ausführt) kann ihr auch nicht nachgesagt werden, dass sie ein Fahrzeugführer ist.

Natürlich wollen wir hier keine Möglichkeiten aufzeigen, das deutsche Rechtssystem zu untergraben, aber: wer auf der Straße von der Polizei angehalten wird, ohne sich auf dem Board fortzubewegen, kann entsprechend nicht als Fahrzeugführer belangt werden.

Gehen wir davon aus, dass Alise sich auf ihrem Board auf einem Fahrradweg zur Schule bewegt. Sie ist also Fahrzeugführerin und bewegt sich auf einem öffentlichen Weg, somit im öffentlichen Verkehrsraum. Was ist jetzt mit dem E-Board?

Kopie von Design ohne Titel

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Elektrische Skateboards mĂĽssen nicht viel Kosten! Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, dir die besten Boards zu zeigen – auch fĂĽr den kleinen Preis!

Das ist ein E-Skateboard im deutschen Recht

In Deutschland sieht die Sache wie folgt aus: Kraftfahrzeuge gem. §1 (2) StVG sind maschinell angetriebene, nicht an Gleise gebundene Landfahrzeuge. E-Skateboards sind unseres Wissenstandes nach nicht an Gleise gebunden, und fliegen tun sie auch nicht – oder zumindest selten – deswegen handelt es sich nach deutschem Recht um ein Kraftfahrzeug.

Hier hört das ganze aber noch nicht auf: Ein Elektro-Skateboard besitzt in aller Regel vier Reifen an jeweils zwei Achsen – das macht es zu einem mehrspurigen Kraftfahrzeug.

Bedeutet das, dass ein Elektro-Skateboard nach deutschem Recht ein Auto ist? Würde es tatsächlich, wenn da nicht die komplett versteckte Richtlinie der Europäischen Union Rili 2002/24 EG wäre!

In dieser Richtlinie, genauer im Art. 2 Nr. 8, steht völlig unbürokratisch beschrieben, dass sobald die Räder eines Fahrzeugs auf einer gemeinsamen Achse weniger als 460 mm Abstand zueinander haben, rechtlich als ein Rad gelten.

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Und das mit folgenschweren Konsequenzen: Aus dem erst vermeintlichen “Auto” wird somit nämlich ein einspuriges Fahrzeug, das auch gern im Volksmund “Motorrad” genannt wird. 

Tatsächlich ist ein elektrisches Skateboard nach europäischen Recht als ein Motorrad einzustufen, was wiederum mehrere andere Problemfelder öffnet. 

Welche Fahrzeugklasse liegt bei E-Skateboards vor?

Du hast es vielleicht schon geahnt – da das elektrische Skateboard rechtlich als Motorrad eingestuft wird, bedarf es eigentlich einer Fahrerlaubnis, sofern das Fahrzeug im öff. StraĂźenverkehr gefĂĽhrt wird. Das ergibt sich aus §2 (1) StVG.

Aber welche Fahrerlaubnis ist denn nötig? Immerhin gibt es nicht die eine… ein Blick in den §2 FZV gibt Aufschluss:

Gemäß §2 Nr.11a FZV ist ein Kleinkraftrad ein zweirädriges oder dreirädriges Kraftfahrzeug mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 45 Kilometern pro Stunde, wenn der höchste Nenndauerleistung nicht mehr als 4 Kilowatt beträgt.

Durch die Richtlinie der Europäischen Union haben wir gelernt, dass es sich beim E-Skateboard um ein Kraftfahrzeug mit rechtlich gesehen zwei Rädern handelt. Nun kommt es aber darauf an: Wie sieht es mit der bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit und der höchsten Nenndauerleistung aus?

Zwar gibt es keine niedergeschriebene bbH oder Nenndauerleistung bei E-Boards, aber man könnte die vom Hersteller angegebenen Produkteigenschaften verwenden.

Nehmen wir an, Alise hat Geschmack und fährt auf einem Exway X1 Pro Riot. Das X1 hat Herstellerangaben zufolge 2kW und eine Höchstgeschwindigkeit von 45km/h. Das bedeutet, das X1 ist tatsächlich als Kleinkraftrad einzustufen.

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Das kann bei anderen Boards aber auch anders aussehen: das Exway Flex Pro hat zum Beispiel 48km/h Top Speed, das Backfire Zealot X 50km/h, der Meepo Vader hat wiederum 7kW Leistung – all diese Boards fallen nicht mehr unter die Klasse eines Kleinkraftrads.

Diese Boards fallen gem. §2 Nr. 10 FZV unter die Kategorie der Leichtkrafträder: Kraftrad mit einer Nennleistung von nicht mehr als 11 Kilowatt.

Also nochmal zusammengefasst:

  • Kleinkraftrad – Board mit Top-Speed unter 45km/h und weniger als 4kW Leistung
  • Leichtkraftrad – Board mit ĂĽber 4kW bis 11kW

 

In unserem Beispiel fährt Alise also mit ihrem X1 Pro ein Kleinkraftrad. Gab es da nicht etwas, was jeder Fahrzeugführer haben musste…? Richtig, den Führerschein!

Diesen FĂĽhrerschein brauchst du fĂĽr dein E-Board

Der §1 FeV schreibt vor, dass jeder Fahrzeugführer im öff. Verkehrsraum für sein Fahrzeug einer Fahrerlaubnis bedarf. Um herauszufinden, welche wir brauchen, müssen wir wieder einen Abstecher ins EU-Recht wagen.

Artikel 4 Absatz 2 Buchstabe a der Verordnung (EU) Nr. 168/2013 schreibt vor, dass ein zweirädriges Kleinkraftrad die Fahrzeugklasse L1e-B trägt.

Nationales Recht wiederum schreibt gemäß §6 (1) FeV vor, dass fĂĽr ein Fahrzeug der Klasse L1e-B eine Fahrerlaubnis der Klasse AM – also ein MopedfĂĽhrerschein – vonnöten ist.

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Fun-Fact

Wer bereits einen Auto-Führerschein der Klasse B besitzt, die kann sich freuen, denn gem. §6 (3) Nr.4 FeV bekommt man mit Erhalt des Auto-Führerscheins gleich den Moped-Führerschein dazu.

Also zusammengefasst: Alise braucht fĂĽr ihr X1 Pro einen MopedfĂĽhrerschein. Den hat sie entweder direkt in der Fahrschule bekommen, oder ĂĽber Umwege ĂĽber den Auto-FĂĽhrerschein.

Wenn es sich aber um ein E-Board handeln würde, was nicht mehr unter die Klasse der Kleinkrafträder fällt, etwa weil es mehr als 4kW-Leistung unter der Haube hat, sieht die Welt schon wieder ganz anders aus.

Denkbar wäre, dass dann der nächsthöhere Führerschein, nämlich die Klasse A1 nötig wäre. §6 (1) FeV schreibt vor: Krafträder (auch mit Beiwagen) mit einer Motorleistung von nicht mehr als 11 kW, bei denen das Verhältnis der Leistung zum Gewicht 0,1 kW/kg nicht übersteigt,

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Unter 11kW-Leistung bleiben die meisten E-Boards ohne Probleme. Aber es gibt ein anderes Problem, denn die meisten E-Boards wiegen nicht viel – das Exway Flex Pro zum Beispiel gerade einmal 7,7kg.

Das bedeutet, dass das Leistungs-Gewicht-Verhältnis in den meisten Fällen astronomisch hoch ist. Beim Exway Flex Pro sind es etwa 0,196 kW/kg – also wesentlich mehr als die vorgeschriebenen 0,1 kW/kg.

Das bedeutet, dass man sogar noch eine Stufe höher ansetzen muss – nämlich beim FĂĽhrerschein der Klasse A2: Krafträder mit a) einer Motorleistung von nicht mehr als 35 kW und b) einem Verhältnis der Leistung zum Gewicht von nicht mehr als 0,2 kW/kg,

Hier würde das Exway Flex Pro mit seinen 0,196 kW/kg hereinfallen, auch wenn es hier mit Motorrädern wie der Ducati SuperSport 950 gleichgesetzt wird. Und selbst hier wird es mit dem Leistungs-Gewicht-Verhältnis knapp.

Die meisten Boards, die nicht in die Fahrzeugklasse AM eingeteilt werden können, landen aufgrund ihres kleinen Gewichtes in der offenen Klasse A.

Kopie von Design ohne Titel

Fun-Fact

Das Meepo Vader teilt sich nach dieser Regelung dieselbe Fahrerlaubnisklasse wie das schnellste Motorrad der Welt, der Bimota Tesi H2 mit 231 PS und einem Top-Speed von über 300 km/h… aber beurteile lieber selber die Ähnlichkeit.

Kurzgefasst: Fällt dein elektrisches Skateboard nicht unter die Fahrerlaubnis-Klasse AM, kann die Einteilung schnell sehr realitätsfremd werden – genauso wie die Chance, das du den passenden FĂĽhrerschein hast.

Was passiert, wenn du nicht die entsprechende Fahrerlaubnis besitzt, erörtern wir später in diesem Abschnitt.

Gehen wir jetzt erstmal grundsätzlich davon aus, dass Alise auf ihrem Exway X1 Pro im öffentlichen Verkehrsraum ihr Fahrzeug führt und den AM-Führerschein innehat. Damit ist doch alles super, oder?

Brauche ich eine Zulassung fĂĽr mein elektrisches Skateboard?

Falls sich bis hierher alles logisch fĂĽr dich angehört hat, solltest du jetzt abschalten – denn was jetzt kommt, sind die Pflichten, die mit der Klassifizierung deines E-Boards einhergehen.

  • 3 (1) FzV schreibt allgemein vor, dass ein Kraftfahrzeug, sofern es im öff. Verkehrsraum bewegt wird – einer Zulassung bedarf. 
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Nach §3 (2) Nr.1 FZV ist das Kleinkraftrad, also nach Definition das E-Skateboard – und das Leichtkraftrad von der Zulassungspflicht ausgenommen, d.h. du brauchst de facto keinen Zulassungsschein.

Das sieht entsprechend anders aus, wenn es sich bei deinem E-Board nicht um ein Kleinkraftrad handelt: hier bist du von der Befreiung ausgenommen und benötigst eine Zulassung.

Diese erhältst du gem. §3 (1) FzV nur, wenn das Board:

  • a): das Fahrzeug einem genehmigten Typ entspricht oder fĂĽr das Fahrzeug eine Fahrzeug-Einzelgenehmigung erteilt ist und
  • b): jeweils eine Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung nach § 1 des Pflichtversicherungsgesetzes besteht.

 

Spoiler: bei a) gibt es beides nicht. Es gibt weder einen genehmigten Fahrzeug-Typ, wo E-Skateboards zugeordnet sind, noch wirst du fĂĽr dein Elektro-Skateboard eine Einzelgenehmigung bekommen. Das heiĂźt, die Zulassung kannst du dir fĂĽr diese Art von E-Skateboards schon mal abschminken.

Aber auch für Klein- und Leichtkrafträder gilt über den Umweg des gem. §4 (1) FZV, dass das Fahrzeug einem genehmigten Typ entsprechen muss oder eine Fahrzeug-Einzelgenehmigung erteilt sein muss, damit es im öff. Verkehrsraum befahren werden darf. Also gleiches Spiel hier.

Am Ende wartet hier die erste unvermeidbare Strafe auf Alise: Sie begeht eine Ordnungswidrigkeit nach §77 Nr. 1 FZV und darf nach Nr.175 des BuĂźgeldkatalogs ein 70€ BuĂźgeld auf den Tisch legen – mit einem Punkt in Flensburg.

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Aber dabei bleibt es nicht: die zweite Voraussetzung für eine Fahrzeugzulassung gem. §3 (1) FzV ist der Besitz einer Kfz-Haftpflichtversicherung.

Schaust du aber im Internet nach gĂĽnstigen Kfz-Haftpflichtversicherungen fĂĽr dein E-Skateboard, wird sich schnell ErnĂĽchterung breit machen, denn: derzeit bietet kein Versicherer eine entsprechende Versicherung fĂĽr E-Boards an.

Das liegt letztendlich auch daran, dass es derzeit keine Betriebserlaubnis fĂĽr E-Skateboards gibt – fĂĽr Versicherer gibt es somit auch nichts zu versichern. Um gleich mit einem weit verbreiteten Irrtum aufzuräumen:

Kopie von Design ohne Titel

Greift denn nicht die private Haftpflichtversicherung?

Leider nein, denn hier werden nur Fahrzeuge mit einer baubedingten Höchstgeschwindigkeit bis zu 6 km/h versichert – hier liegen die meisten E-Skateboards weit drĂĽber.

Brauche ich eine Versicherung fĂĽr mein elektrisches Skateboard?

Das Fatale: der §1 des Pflichtversicherungsgesetz schreibt in Deutschland aber vor, dass der Halter eines Kraftfahrzeugs verpflichtet ist, für sich eine Haftpflichtversicherung abzuschließen.

Wie bereits beschrieben, gibt es allerdings keine entsprechende Versicherung, und die private Haftpflichtversicherung greift aufgrund der Geschwindigkeit auch nicht mehr. Daraus folgt die nächste unabwendbare Strafe fĂĽr Alise: Sie macht sich nach dem §6 (1) PflVG strafbar, mit dem Unterschied, dass es sich hier nicht um eine piebslige Ordnungswidrigkeit mit etwas Verwarngeld handelt – sondern um eine wirkliche Straftat.

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Bei den Rechtsfolgen läuft es einem kalt den RĂĽcken herunter: Geldstrafe – erfahrungsgemäß im vierstelligen Bereich – oder sogar Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr!

Fast schon nebensächlich erscheint dann die Ordnungswidrigkeit, die Alise begeht, da sie logischerweise kein Versicherungskennzeichen nach §26 FZV gemäß §4 (3) FZV besitzt. Die Folge ist hier die Ordnungswidrigkeit nach §48 Nr.3 FZV, welche nach Nr.176 Bußgeldkatalog ein Bußgeld von 40€ nachzieht.

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Spätestens bei der Sache mit dem Pflichtversicherungsgesetz wird einem klar, dass das E-Board-Fahren in Deutschland nicht gerade auf die leichte Schulter genommen wird. 

Selbst wenn du dein Board in Deutschland legal befahren möchtest: die fehlende Betriebserlaubnis und damit einhergehend der fehlende Versicherungsschutz machen das Fahren auf dem Board zu einer heiklen Angelegenheit.

Was passiert, wenn ich ohne FĂĽhrerschein mit meinem E-Skateboard fahre?

WorĂĽber wir noch gar nicht geredet haben, ist die Sache mit dem FĂĽhrerschein. Solange das Board von Alise als Kleinkraftrad eingestuft ist, liegt die nötige Fahrerlaubnisklasse wahrscheinlich vor – immerhin bekommt jeder mit einem normalen Auto-FĂĽhrerschein auch ganz automatisch die Fahrerlaubnis der Klasse AM.

Anders siehts aus, sobald dein Board ĂĽber den Höchstwerten fĂĽr Kleinkrafträdern steht. Dann kann, so wie hier beschrieben, ein wirklicher Motorrad-FĂĽhrerschein der Klasse A1, A2 oder sogar A nötig sein – und diesen hat nicht unbedingt jeder!

Solltest du also dein elektrisches Skateboard führen, ohne die nötige Fahrerlaubnis zu besitzen, begehst du tatsächlich die nächste Straftat: Fahren ohne Führerschein nach §21 (1) StVG. Straffolgen: Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe.

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Zusammengefasst: Sind Elektro-Skateboards in Deutschland legal?

Zusammengefasst bedeutet das, dass es mit deiner Zulassung §3 (1) FzV für dein E-Board leider nichts wird. Du kannst weder eine entsprechende Betriebserlaubnis vorweisen, noch eine nötige Kfz-Haftpflichtversicherung.

Und sobald dein E-Board etwas mehr Leistung unter der Haube hat, landest du auch ganz schnell im Fahren ohne Führerschein im Sinne des §21 (1) Nr. 1 StVG.

Das bedeutet, Fahren im öffentlichen Verkehrsraum endet im…

  • Fahren ohne Versicherungsschutz: Straftat nach §6 (1) PflVG
  • Fahren ohne Betriebserlaubnis: Ordnungswidrigkeit nach § 4 (1) FZV
  • Fahren ohne nötiges Versicherungskennzeichen: Ordnungswidrigkeit nach §4 (3) FZV

 

…und unter Umständen im

Das Fazit: Alle E-Boards auf den Scheiterhaufen?

Ja, das E-Boarden in Deutschland ist nicht gerade eine einfache Sache. Zum einen ist die deutsche Rechtsprechung fĂĽr derartig kleine Fahrzeuge gar nicht ausgerichtet, zum anderen fĂĽhren die jetzigen Definitionen zu Einordnungen, wo das E-Skateboard auf einmal ein hochmotorisiertes Motorrad ist.

Wir raten eindringlich davon ab, ein E-Skateboard im Straßenbereich zu nutzen. Es versteht sich wahrscheinlich von selbst, dass man mit dem Elektro-Skateboard nicht auf der Autobahn oder der Schnellstraße fährt, aber die Rechtsprechung unterstreicht das.

NatĂĽrlich solltest du als E-Skater zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr fĂĽr dein Umfeld darstellen – das gilt aber auch beim Fahren mit Auto, Bus oder LKW. Ob von dir und deinem E-Longboard eine Gefahr ausgeht, solange du ganz entspannt auf dem Fahrradweg dem Sonnenuntergang entgegen gleitest, ist mehr als fraglich.

Bleibe unauffällig, fahre vernĂĽnftig und sei keine Gefahr fĂĽr andere – mehr lässt sich zu dieser ganzen Thematik nicht sagen.

Solltest du trotzdem Probleme mit etwaigen OrdnungshĂĽtern bekommen haben, hilft ganz klar der Weg zum Rechtsverteidiger.

Das Fahren mit einem E-Skateboard auf öffentlichen Wegen in Deutschland ist stark reglementiert. Die rechtliche Einstufung hängt von den spezifischen Eigenschaften des E-Boards ab. Generell benötigen E-Skateboards eine Fahrerlaubnis, und in den meisten Fällen ist das Fahren ohne entsprechende Zulassung und Versicherung rechtswidrig.

In der Regel ja. E-Skateboards, die im öffentlichen Verkehrsraum bewegt werden, erfordern eine Zulassung und eine Kfz-Haftpflichtversicherung. Allerdings gibt es aktuell keine Betriebserlaubnis oder Versicherungsmöglichkeiten speziell für E-Skateboards in Deutschland, was das Fahren im öffentlichen Raum problematisch macht.

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Eine Antwort

  1. Bei mir waren es, nach dem es 2 Jahre lang gut ging in Summe 840€ Strafe. 75€ davon Bearbeitungsgebühr.
    Also ja, Finger weg vom E-Boards im StraĂźenverkehr. Leider.

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